Nachschau: Österreichischer Logistiktag 2020

Am 21.10.2020 fand trotz Corona-Maßnahmen der 27. Logistiktag im Design Center in Linz statt. Wie bereits angekündigt war prodata erstmalig als Aussteller dort vertreten.

Obwohl die Besucheranzahl gegenüber dem Vorjahr deutlich reduziert war, waren sowohl Gäste als auch Aussteller im Allgemeinen erfreut darüber, dass die Veranstaltung trotz unsicherer Prognosen doch stattfinden konnte. Die Möglichkeit, auch in Krisenzeiten das Netzwerken und den fachlichen Austausch untereinander zu ermöglichen, wurde dankend angenommen.

Das Thema Covid-19 und die damit einhergehende Wirtschaftskrise waren selbstverständlich Teil der Vorträge. Das Zurückhalten von essentiellen Waren für das eigene Land bzw. der Trend wichtige Produkte fortan selbst zu produzieren, hat weltweit eine Welle der Deglobalisierung hervorgerufen. Ob dies ein andauerndes Phänomen sein wird, bleibt allerdings laut Prof. Felbermayer, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel, abzuwarten. Generell kann jedoch gesagt werden, dass wir auf eine Zeit der Slowbalisation (damit bezeichnet der „Economist“ das Schneckentempo, mit der sich die Globalisierung momentan bewegt) zusteuern. Im Vordergrund steht dabei der Einbruch im Welthandel mit Waren und Gütern, Dienstleistungsexporte hingegen werden sich weiterhin eines Zuwachses erfreuen. 

Genauso ist seit gut einem Jahrzehnt der Trend, die in den 80er Jahren florierende Entwicklung internationale Freihandelsabkommen abzuschließen, deutlich sichtbar zurückgegangen. Das Mercosur-Abkommen stößt in der EU auf regen Widerstand und wird noch lange keinen Abschluss finden. Das CETA-Abkommen mit Kanada wird demnächst ebenfalls noch nicht ratifiziert. Ganz im Gegenteil prognostiziert Herr Felbermayer für die Zukunft eine deutliche Zunahme an Strafzöllen und Sanktionen gegen andere Staaten sowie Unternehmen. Er geht davon aus, dass Strafzolldrohungen und das sogenannte „Blacklisten“ die herkömmliche alte Kriegsführung ersetzen werden und prägt dafür den Begriff „War in another meaning“. Große Kriege werden künftig nicht mehr mit Raketen ausgetragen, sondern auf dem Rücken der Wirtschaft.

Spannend war auch seine Einschätzung zu dem derzeit in den Umfragen vorne liegenden US-Präsidentschaftskandidaten Joe Biden, dem er ebenso protektionistische Eigenschaften zusprach, wie sie auch Donald Trump aufweise. Eine enorme Entspannung der Differenzen zwischen der USA und China sei demnach nicht zu erwarten, allerdings verspreche er sich ein künftig besseres Verhältnis der USA zur EU durch ihn. 

Zölle werden demnach noch lange existieren und auch die Geschäftspartnerprüfung wird mit den Jahren einen immer wichtigeren Stellenwert einnehmen. Wir von prodata waren froh, auf dem Logistiktag 2020 vertreten gewesen zu sein und werden Sie gerne weiterhin auf dem Laufenden halten.

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