Intrastatabgabe in Österreich mittels IDEP oder EDIFACT läuft mit 31.12.2021 aus

Das Programm IDEP/KN8 bzw. die Übermittlung per EDIFACT-Datei wird mit Ende des Jahres 2021 eingestellt. Ab 1. Januar 2022 müssen Intrastat Meldungen über die Schnittstelle RTIC durchgeführt werden. Um für die Januarmeldung korrekte Daten abgeben zu können, sind dringend essentielle Customizing-Einstellungen vorzunehmen, ansonsten droht massiver Nachbearbeitungsaufwand. Bitte treffen Sie rasch die notwendigen Vorkehrungen!

Wie bereits in unserem Artikel vom 22. April 2021  angekündigt, schickt die Statistik Austria das IDEP/KN8 Programm bzw. die Übermittlung der Intrastat-Daten per EDIFACT-Datei in den Ruhestand. Abgelöst wird es durch das neue Statistik Austria Webportal. Wie sie Zugang dazu erhalten bzw. erste Bedienschritte finden sie in unserem ersten Blogartikel dazu bzw. hier finden Sie eine Anleitung von der Statistik Austria.

Wir empfehlen bereits jetzt das neue Webportal der Statistik Austria zu testen und sich damit vertraut zu machen. Die Korrektur der Intrastatmeldungen gestaltet sich über das Webportal etwas aufwendiger wie bisher und sollte unbedingt erprobt werden. Für das Berichtsjahr 2021 kann die Intrastatabgabedatei mit pZoll Version 3.07 Patch 03 oder höher erstellt werden. Ab Berichtsjahr 2022 sollte die aktuellste Version am System installiert sein – nach heutiger Sicht Version 3.07 Patch 04. 

prodata Tipp: Anfangs wurde bei großen Datenmengen von Upload-Schwierigkeiten auf das Webportal berichtet. Die Geschwindigkeit wurde erfreulicherweise jedoch durch Aufstockung der Ressourcen bereits verbessert. Sollte es dennoch zu Problemen kommen, empfiehlt es sich die Daten gestückelt hochzuladen.

Wie berichtige ich Intrastat-Daten aus 2021 nachträglich?

Laut Statistik Austria kann alles was Berichtsjahr 2021 betrifft (also z.b. November oder Dezember 2021) noch mittels IDEP und EDIFACT berichtigt bzw. gemeldet werden. Frist ist der 14.01.2022. Berichtsjahr 2022 ist AUSSCHLIEßLICH über RTIC abzugeben. Frist ist hier der 14.02.2022.

Welche Änderungen müssen zwingend in SAP getätigt werden?

Art des Geschäfts wird zweistellig

Egal, ob Sie die Intrastatmeldungen über unser pZoll Intrastat-Modul oder dem SAP Standard vornehmen, in beiden Fällen müssen dringend die neuen zweistelligen Codes für die Art des Geschäfts als Vorschlagswerte in pZoll (bei Intrastatabgabe mit pZoll Intrastat Modul) bzw. im SAP Customizing angelegt werden. prodata rät dies unbedingt bis 1.1.2022 zu erledigen, da sonst eine massiv aufwendige Nachpflege anfallen wird.

Vorschlagswerte Geschäftsfallart ECC
Pflege der Vorschlagswerte in pZoll für SAP ECC 6.0
Vorschlagswerte Geschäftsfallart hana
Pflege der Vorschlagswerte in pZoll für S/4HANA

Wo finde ich die zweistellige Codeliste für die Art des Geschäfts?

Für Kunden, die das pZoll Intrastat Modul nutzen, ist mit der Auslieferung der neuen pZoll Version die aktuelle Codeliste als Suchhilfe inkludiert. Unternehmen, die die Intrastatabgabe mit SAP machen, können sich die Codeliste aus dem Webportal der Statistik Austria holen. Beim Nachbearbeiten der hochgeladenen Abgabedatei finden Sie die neuen zweistelligen Codes als Dropdownliste laut Bild.

In der Intrastat-Leitlinie 2022 der Statistik Austria finden Sie zudem ab Seite 36 die Liste wie auch die Erläuterungen zu den Arten des Geschäfts.

Statistik Austria Webportal
Webportal der Statistik Austria
Codeliste Statistik Austria Webportal
Codeliste für Art des Geschäfts

Abgabeformat IDEP wird zu CSV

Bevor Sie die Intrastatdatei mit pZoll für die Januarmeldung erstellen, muss im Customizing das Format der Abgabedatei von idep auf csv geändert werden. Wie Sie die Änderungen durchführen können, entnehmen Sie bitte unserem Artikel vom 22. April 2021. Für die Intrastatabgabe via SAP ist der mit 1.2.2022 ausgelieferte Hinweis einzuspielen.

Welche wichtigen Neuerungen zur Intrastatmeldung wird es per 1.1.2022 geben?

Datenänderungen

Bitte achten Sie auf eine korrekte Pflege folgender Daten in den intrastatrelevanten Vorbelegen. In unserem pZoll Intrastat Modul wurde die Datenübernahme aus diesen bereits umgesetzt, so dass diese in die csv-Datei für das Statistik Austria Portal automatisch integriert werden.

  • Für die Art des Geschäft ist wie bereits oben erwähnt ein zweistelliger Code zu verwenden.
  • Statistisches Verfahren und Verkehrszweig fallen komplett weg und werden nicht mehr gemeldet.
  • Die Empfänger-UID ist für Exporte verpflichtend anzugeben. Gibt es keine UID Nummer, muss der Dummy-Wert bzw. Nr. „QV999999999999“ verwendet werden.
  • Das Ursprungsland muss nun nicht nur beim Import, sondern auch beim Export angegeben werden.
  • Der Rechnungsbetrag lt. Rechnung ist verpflichtend anzugeben. Wenn keine Rechnung vorhanden ist, muss der Marktpreis verwendet werden.

Technische Änderungen

Folgende technischen Änderungen wurden für pZoll Intrastat Kunden von prodata in die neue pZoll Version eingebunden.

Achtung: Um eine korrekte Intrastatabgabe gewährleisten zu können, ist Punkt 1 unbedingt durchzuführen .

  • Im neuen Webportal der Statistik Austria ist wie bereits oben erwähnt der Datenupload auf das CSV Format beschränkt, somit sind die Endungen der Abgabedateien auf .csv .txt oder .asc limitiert.
  • Die Anzahl der Datensätze von 50.000 aus dem Vorjahr wird auf 200.000 erhöht. Künftig können mit pZoll Intrastat auch Dateien mit bis zu 200.000 Datensätze erstellt werden. Dies ist im Customizing einzustellen.
  • Bis jetzt wurden gewisse Variablen gerundet. Wertvariablen wie der Rechnungsbetrag müssen künftig auf zwei Nachkommastellen gemeldet werden. Mengenvariablen wie besondere Maßeinheiten und Eigenmassen auf 3 Nachkommastellen.
  • Die Anordnung der Spalten konnte mit IDEP noch dynamisch verändert werden. Ab 2022 ist eine fixe Spaltenvorgabe einzuhalten.
    Import: 9 fixe exakt befüllte Spalten
    Export: 10 fixe exakt befüllte Spalten

Infos zum Portal

  • Das Protokollmanagement wurde merklich verbessert.
  • Protokolle bleiben voraussichtlich 14 Tage im System.
  • Um Testumgebung und Produktivumgebung des Statistik Austria Portals besser unterscheiden zu können, wurde die Testoberfläche mit einem blauen Hintergrund versehen.
  • Die Assimilationsschwelle von 750.000 € aus dem Vorjahr wird ab 2022 auf 1.200.000 € erhöht.

Neue Ansprechpartner:
Technischer Support: helpdesk@statistik.gv.at
Fachlicher Support: RTIC@statistik.gv.at

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